Bandmerch verkaufst du am Merchstand nach dem Konzert und im eigenen Onlineshop, an Menschen, die eine Erinnerung an den Abend oder ein Stück Zugehörigkeit mitnehmen wollen. Für viele Bands ist es eine der wenigen Einnahmen, die direkt bei ihnen ankommen. Einen Überblick über alle Einsatzbereiche gibt die Seite Einsatzbereiche.
Was Bandmerch ausmacht
Bandmerch wird verkauft. Deine Spanne muss etwas tragen, und auf Tour finanziert sie oft euren Sprit und eure Unterkunft mit. Das trennt es von Mitarbeiter-Merch, das aus einem Budget bezahlt wird, und von Vereinsmerch, bei dem Mitglieder einen fairen Preis erwarten. Deine Fans zahlen für ein Motiv, das ihnen etwas bedeutet, und vergleichen dabei Qualität und Schnitt mit dem, was sie aus dem Handel kennen.
Zu jedem Album und jeder Tour gehört ein neues Design. Ein Shirt mit Tourdaten auf dem Rücken verliert am Tag nach dem letzten Konzert den größten Teil seines Werts, während Kernmotive wie das Bandlogo über Jahre laufen. Trenn beides in deinem Sortiment und kalkuliere es verschieden.
Die Größenverteilung ist schwer vorherzusagen. Sie hängt von deinem Publikum ab, und das kann in derselben Stadt bei einem Festival anders aussehen als im eigenen Clubkonzert. Gehst du zum ersten Mal auf Tour, bestell deshalb lieber zwei Motive in solider Tiefe als sechs Motive, von denen am Ende die mittleren Größen fehlen. Neben dem geraden Schnitt lohnt sich oft ein taillierter, weil ein Teil des Publikums sonst nichts Passendes findet.
Auf Tour reist die Ware mit. Kisten wiegen, brauchen Platz in eurem Transporter und müssen jeden Abend auf- und abgebaut werden. Einen Teil schickst du an einzelne Konzertorte voraus, ein anderer wird nachgeliefert, wenn eine Größe ausgeht. Das ist Logistik. Im Stückpreis steht sie nicht.
Fans fragen zunehmend nach dem Material. Wirbst du mit Bio-Baumwolle, brauchst du dafür einen belastbaren Nachweis, und ein Siegel wie GOTS trägt nur, wenn auch der Druck zertifiziert ist. Das engt deine Auswahl an Veredlern ein und sollte vor dem Entwurf feststehen.
Tour, Shop und Vorbestellung
Für Tourmerch zahlst du die Auflage in der Regel vorab. Das bindet vor der Tour Geld. Der klassische Weg ist ein Textilveredler, der die Motive im Siebdruck druckt und die Ware vor Tourbeginn liefert. Siebdruck lohnt sich bei größeren Auflagen je Motiv, weil die Einrichtung je Farbe auf viele Teile verteilt wird. Für kleine Stückzahlen und viele Farben passen digitale Verfahren wie DTG oder DTF besser.
Der Onlineshop funktioniert anders. Mit Print-on-Demand wird erst nach der Bestellung gedruckt, und du brauchst weder Lager noch Vorkasse. Dafür bleibt dir je Teil weniger übrig. Die Auswahl an Modellen hängt außerdem am Katalog des Anbieters, und nicht jedes Wunschmodell ist dort zu haben. Viele Bands mischen beides: Das Logo-Shirt liegt eingelagert bei einem Anbieter mit Lagerhaltung, neue Motive laufen zuerst über den Druck nach Bestellung, bis klar ist, welche sich verkaufen.
Vorbestellungen verbinden die Vorteile. Bietest du ein Bundle aus Album und Shirt vor dem Release an, kennst du die Menge, bevor gedruckt wird, und deine Fans finanzieren die Auflage mit. Die Lieferzeit muss dann offen in deinem Shop stehen, weil zwischen Bestellung und Versand oft Wochen liegen. Lässt du die Vorbestellung nach dem Release einfach offen, verlierst du diesen Vorteil schrittweise, weil du die Menge dann wieder schätzen musst.
Am Konzert musst du den Verkauf nicht selbst übernehmen. Dienstleister für Live-Merchandising stellen Personal und Ware an den Merchstand, rechnen nach jedem Abend ab und kümmern sich um Nachschub. Dafür behalten sie einen Teil der Einnahmen. In eurem Bus bleibt so ein Platz frei, der für kleine Bands oft den Ausschlag gibt.
Am Merchstand selbst helfen einfache Preise. Glatte Beträge beschleunigen das Wechselgeld, und Kartenzahlung erhöht bei vielen Konzerten den Umsatz. Nutzt du ein elektronisches Kassensystem, gelten dafür Aufzeichnungspflichten, die die Seite Eventmerch erklärt.
Merch-Cut und Rechte
Viele Konzertorte und Veranstalter behalten einen Anteil am Merch-Umsatz des Abends ein, den sogenannten Merch-Cut. Sie begründen ihn mit der Fläche, die sie für den Verkauf zur Verfügung stellen. Berechnet wird er vom Umsatz. Manche Häuser lassen den Verkauf von eigenem Personal oder einer beauftragten Firma durchführen, die zusätzlich eine Provision nimmt. Der Anteil schwankt stark von Ort zu Ort und steht in den Vereinbarungen mit dem Veranstalter. Frag danach, bevor du Preise festlegst, weil ein Shirt, das nach Abzug des Cuts kaum etwas einbringt, falsch kalkuliert ist. Bei Konzerten im Ausland kann zusätzlich die Umsatzsteuer des Landes deinen Erlös schmälern.
Das Motiv gehört nicht automatisch deiner Band. Entwirft ein Grafiker oder eine Illustratorin das Artwork, brauchst du die Rechte, es auf Textil zu drucken und im Shop zu verkaufen. Lass dir diese Nutzungsrechte schriftlich einräumen, auch für spätere Nachdrucke und für andere Produkte als das erste Shirt. Beauftragst du regelmäßig selbständige Grafiker, prüfe außerdem, ob dafür Künstlersozialabgabe nach § 24 KSVG anfällt.
Ob ihr für Merch-Verkäufe Umsatzsteuer abführen müsst
Bandmerch verkauft ihr gewerblich oder freiberuflich, nicht als Verein – die Regeln für gemeinnützige Vereine (§ 64 AO) gelten hier nicht. Stattdessen zählt die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG: Wer im Vorjahr nicht mehr als fünfundzwanzigtausend Euro Umsatz hatte und im laufenden Jahr nicht mehr als hunderttausend Euro erwartet, weist keine Umsatzsteuer aus und führt keine ab. Gerechnet wird der gesamte Umsatz eurer Band, nicht nur der Merch-Verkauf – Gagen und Streaming-Einnahmen zählen mit. Überschreitet ihr die Grenze, wird jeder verkaufte Artikel umsatzsteuerpflichtig, auch am Merchstand. Lasst die Einordnung von eurer Steuerberatung bestätigen, besonders wenn mehrere Einnahmequellen zusammenkommen.
Welcher Vertriebsweg was verlangt
| Vertriebsweg | Vorfinanzierung | Risiko Restmenge | Knackpunkte |
|---|---|---|---|
| Merchstand auf Tour | hoch | hoch bei Tourdaten auf dem Motiv | Größenverteilung, Transport, Merch-Cut |
| Onlineshop mit Lagerware | mittel | mittel | Lagerkosten, Versand, Nachbestellung |
| Onlineshop mit Druck nach Bestellung | keine | keines | Marge je Teil, Modellauswahl |
| Vorbestellung zum Release | durch die Fans | gering | offene Lieferzeit, Termin für den Druck |
Die Grenze zum Eventmerch liegt beim Absender. Eventmerch trägt den Namen eines Festivals oder einer Veranstaltung, Bandmerch den Namen der Band, auch wenn beides am selben Wochenende verkauft wird. Wie Bands und Solokünstler Merch beauftragen, zeigen die Seiten Bands und Artists.
Worauf du bei der Anbieterauswahl achten solltest
- Lieferung vor Tourbeginn. Lass dir einen festen Liefertermin mit Puffer vor dem ersten Konzert zusagen.
- Nachlieferung unterwegs. Frag, ob der Anbieter einzelne Größen kurzfristig an einen Konzertort schickt.
- Qualität der Blankware. Bestell Muster in den Schnitten, die du anbieten willst, und prüf Stoff und Passform selbst.
- Druck nach Bestellung. Frag nach der Marge je Teil und nach der Lieferzeit. Lass dir zeigen, welche Modelle im Katalog stehen.
- Lager und Versand. Kläre Lagerkosten und Mindestbestand. Frag auch, wie der Anbieter an deinen Shop angebunden wird.
- Druckdaten und Rechte. Stell sicher, dass du die Nutzungsrechte am Motiv hast, bevor du Druckdaten weitergibst.
