Deine Band kauft als Gruppe ein. Beim Motiv reden mehrere Leute mit, bezahlt wird aus eurer gemeinsamen Kasse, und die Kartons landen in eurem Proberaum oder direkt im Transporter. Was die Ware selbst verlangt, von der Größenverteilung auf Tour bis zum Merch-Cut am Konzertort, beschreibt der Einsatzbereich Bandmerch. Hier geht es um deine Band als Kundin eines Anbieters. Solokünstlerinnen und Solokünstler stehen unter Artists, alle weiteren Auftraggeber in der Übersicht Zielgruppen.
Wer in der Band entscheidet und bezahlt
Ein Anbieter braucht eine Stimme. Wenn vier Leute im Gruppenchat über Shirtfarbe und Rückenmotiv abstimmen, liegt eine Freigabe schnell eine Woche, und in dieser Woche verschiebt sich der Liefertermin. Sorg deshalb dafür, dass eine Person die Korrekturen sammelt und am Ende verbindlich zusagt. Die anderen reden vorher mit, danach gilt ihr Wort auch gegenüber dem Anbieter, wenn im Chat noch jemand eine andere Farbe vorschlägt.
Auch die Rechnung braucht eine Adresse. Hat deine Band wie viele andere ein gemeinsames Konto, aber keine Firma, bleibt offen, wer Vertragspartner ist und wer die Einnahmen vom Merchstand versteuert. Kläre das mit einer Steuerberatung, bevor die erste Auflage bestellt ist. Später lässt es sich nur mühsam ordnen.
Bezahlt wird meist vor dem ersten Konzert. Neue Kundschaft ohne Firmengeschichte bekommt bei vielen Anbietern kein Zahlungsziel, also Vorkasse oder eine Anzahlung, und das Geld dafür stammt aus euren Gagen, aus dem letzten Verkauf oder aus privaten Taschen. Plane die Auflage deshalb vom Geld aus, das vor dem ersten Termin tatsächlich auf eurem Konto liegt.
Sobald ein Label oder ein Management dabei ist, ändert sich die Lage. Manche Verträge übertragen die Rechte am Merch an das Label oder an eine Merch-Firma, die dann selbst produziert und die Band am Umsatz beteiligt. In diesem Fall darf deine Band das eigene Logo womöglich gar nicht mehr selbst drucken lassen. Lies den Vertrag vor der ersten Anfrage.
Wie Bands über das Jahr bestellen
Der Takt folgt dem Release. Vor einer Tour kommt die große Bestellung, zwischen zwei Tourblöcken eine kleine, und in ruhigen Monaten läuft höchstens der Onlineshop. Ein Anbieter, der die Druckdaten samt Größenlauf des letzten Auftrags archiviert, macht aus einer Nachbestellung eine kurze Mail. Frag, wie lange er Druckdaten aufbewahrt und ob ein Nachdruck dieselbe Blankware bekommt.
Die Lieferadresse ist oft ein Problem. Tagsüber ist in eurem Proberaum niemand, und eine Wohnung im vierten Stock nimmt ungern zwanzig Kartons an. Manche Bands lassen deshalb direkt an den ersten Konzertort liefern, nach Absprache mit dem Veranstalter und mit einem Namen, der die Lieferung dort entgegennimmt.
Nach der Tour lohnt ein Kassensturz im Transporter. Notiere, welche Größen ausverkauft waren und welche Kisten voll zurückkommen. Diese Liste taugt als Vorlage für den nächsten Auftrag mehr als jede Erinnerung an einzelne Abende.
Worauf du bei der Anbieterauswahl achten solltest
- Eine Freigaberunde. Frag, wie Korrekturen laufen, und benenne eine Person, die für die Band zusagt.
- Zahlungsweise. Kläre, ob Vorkasse oder Anzahlung verlangt wird, und leg die Termine neben den Tourplan.
- Nachdruck. Frag, wie lange Druckdaten gespeichert bleiben und wie schnell nachproduziert wird.
- Rechte. Prüf vor der Anfrage, ob ein Label- oder Merchvertrag die Produktion bereits regelt.
