Vereinsmerch trägt das Wappen deines Vereins und wird an Mitglieder und ihre Familien verkauft. Das verändert den Einkauf. Dein Verein wird dabei zum Händler auf Zeit, mit einer Kasse, die kein Lager verträgt. Welche Einsatzbereiche es sonst gibt, zeigt die Seite Einsatzbereiche.
Was Vereinsmerch ausmacht
Die Käuferschaft ist klein und bekannt. Du kennst eure Mitglieder beim Namen, weißt ungefähr, wie viele Kinder in der Jugendabteilung spielen, und erreichst alle über denselben Verteiler. Das ist ein Vorteil, den ein Bandshirt nicht hat. Die Nachfrage kannst du vor der Bestellung abfragen, statt sie zu schätzen.
Die Spanne ist dagegen klein. Eure Mitglieder erwarten einen fairen Preis, und viele Vereine wollen am Merch höchstens so viel verdienen, dass Restposten und Arbeit gedeckt sind. Das schiebt die Kalkulation zum Einkauf: Jeder Euro, den die Veredelung mehr kostet, landet direkt beim Mitglied oder in eurer Vereinskasse.
Zwei Arten von Ware laufen nebeneinander. Die eine ist Kleidung für den Sport selbst, also Trikots und Trainingsanzüge, oft mit Nummer und Namen. Die andere ist Fankleidung für Mitglieder und Eltern, vom Hoodie bis zum Fanschal. Für Trikots aus Polyester eignen sich andere Verfahren als für Baumwolle, etwa Sublimation bei vollflächigen Designs oder Flex- und Transferdruck für Nummern.
Kinder sind oft die größte Gruppe. Das bringt kleine Größen ins Sortiment, die bei vielen Modellen fehlen, und die Frage nach Schadstoffen, die Eltern zu Recht stellen. Für den einzelnen Artikel gibt OEKO-TEX Standard 100 darauf eine prüfbare Antwort. Kinder wachsen außerdem jedes Jahr aus ihrer Größe heraus, und das macht Vereinsmerch zu einem wiederkehrenden Bedarf, der zu jeder neuen Saison dieselben Modelle in neuen Größen verlangt.
Die Vereinsfarben sind ein eigenes Thema. Ein Grün, das auf eurem Wappen seit Jahrzehnten gleich aussieht, trifft nicht jede Textilfarbe im Katalog, und gestickt wirkt es anders als gedruckt. Halte die Farben deshalb als Farbverweis fest. Lass dir Muster zur Anprobe schicken, weil Größen je nach Marke unterschiedlich ausfallen und eine Sammelbestellung nach falscher Größentabelle viele Umtausche erzeugt.
Auf den Trikots stehen häufig Sponsoren. Deren Logos gehören den Sponsoren, und ihre Platzierung ist meist Teil einer Vereinbarung. Lass dir Logo und Freigabe schriftlich geben, bevor ein ganzer Trikotsatz veredelt ist. Sein eigenes Wappen darf dein Verein nutzen, ein Logo eines Dachverbands oder einer Liga dagegen nur nach deren Regeln.
Wie Vereine bestellen
Die klassische Form ist die Sammelbestellung mit Bestellfenster. Muster liegen beim Training aus, und in einem festen Zeitraum kommen Größen und Geld zusammen. Danach bestellst du die gesammelte Menge. Wer vorab bezahlt, trägt das Risiko selbst, und dein Verein bleibt auf nichts sitzen. Der Nachteil liegt beim Aufwand, denn irgendjemand zählt Größen aus und verteilt die Pakete. Wer das Fenster verpasst, wartet bis zur nächsten Runde.
Ein Vereinsshop im Netz nimmt dem Vorstand diese Arbeit ab. Mitglieder bestellen und bezahlen selbst und bekommen die Ware nach Hause. Veredelt wird dabei meist erst, wenn eine Bestellung eingeht, wie beim Print-on-Demand, sodass kein Lager entsteht. Der Preis je Stück liegt höher als bei einer Sammelbestellung, weil jedes Teil einzeln veredelt und verschickt wird. Viele Shops erlauben einen Aufschlag. Er fließt deinem Verein zu.
Lagerware im Vereinsheim ist die dritte Möglichkeit. Sie passt zu Artikeln, die jede Saison gleich bleiben, etwa Schals oder Mützen, und die sich bei Heimspielen verkaufen. Sie bindet allerdings Geld, und jede Größe, die niemand kauft, bleibt im Schrank, bis sich jemand erbarmt oder der Restposten zum Einkaufspreis beim Sommerfest abgegeben wird.
Trikotsätze folgen eigenen Regeln. Sie werden für eine Mannschaft bestellt, mit festen Nummern und Namen, und müssen zu Saisonbeginn fertig sein. Nachbestellungen einzelner Trikots mit gleicher Farbe und Schrift sprichst du deshalb schon beim ersten Angebot an. Ein neuer Spieler braucht im Herbst dasselbe Trikot wie der Rest.
Was für die Vereinskasse gilt
Ist dein Verein gemeinnützig, gilt der Verkauf von Merch in der Regel als wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb. Nach § 14 AO ist das eine selbständige nachhaltige Tätigkeit, mit der Einnahmen erzielt werden und die über eine Vermögensverwaltung hinausgeht, und eine Absicht, Gewinn zu machen, ist dafür nicht nötig. Zum ideellen Bereich gehört der Verkauf nicht.
Nach § 64 Abs. 3 AO fallen für solche Geschäftsbetriebe keine Körperschaft- und Gewerbesteuer an, solange die Einnahmen einschließlich Umsatzsteuer aus allen steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben insgesamt fünfzigtausend Euro im Jahr nicht übersteigen. Maßgeblich sind die Einnahmen. Getränkeverkauf beim Sommerfest und Werbeeinnahmen zählen mit, und ein gut laufender Vereinsshop kann deinen Verein, wenn er bisher knapp darunter lag, über die Grenze bringen.
Die Umsatzsteuer folgt einer eigenen Regel. Als Kleinunternehmer nach § 19 UStG gilt, wessen Gesamtumsatz im Vorjahr fünfundzwanzigtausend Euro nicht überschritten hat und im laufenden Jahr hunderttausend Euro nicht überschreitet. Gerechnet wird der ganze Umsatz deines Vereins, nicht bloß der Merch. Beim Verkauf über einen Vereinsshop kläre außerdem, wer dort rechtlich Verkäufer ist. Verkauft der Shopbetreiber im eigenen Namen und zahlt deinem Verein einen Anteil, ist das etwas anderes als ein Verkauf durch den Verein selbst.
Der Gesetzgeber hebt diese Grenzen von Zeit zu Zeit an. Prüfe die Beträge vor der Planung, weil Vorlagen und Broschüren aus früheren Jahren oft noch alte Werte nennen, und lass die Einordnung von deiner Steuerberatung oder dem Finanzamt bestätigen.
Welche Bestellweise für welchen Verein taugt
| Bestellweise | Wer zahlt vorab | Risiko Restmenge | Aufwand für den Verein |
|---|---|---|---|
| Sammelbestellung mit Bestellfenster | die Mitglieder | gering | Größen einsammeln, Ware verteilen |
| Vereinsshop mit Druck nach Bestellung | niemand | keines | Shop einrichten, Motive freigeben |
| Lagerware im Vereinsheim | der Verein | hoch | Verkauf bei Heimspielen, Bestand zählen |
| Trikotsatz für eine Mannschaft | der Verein oder ein Sponsor | gering | Nummern und Namen, Freigabe der Sponsoren |
Die Grenze zur Schulkleidung liegt bei der Käuferschaft. Dort bestellen Eltern für eine Schule. Ein Jubiläum oder Turnier mit eigenem Motiv und Datum fällt eher unter Eventmerch, und aus Sicht des Vereins als Auftraggeber erklärt das die Seite Vereine.
Worauf du bei der Anbieterauswahl achten solltest
- Kindergrößen. Prüfe, ob die gewählten Modelle in Kindergrößen lieferbar sind, und frag nach einem Schadstoffnachweis.
- Nummern und Namen. Frag nach Aufpreis und Ablauf für Einzelveredelung und nach der Nachbestellung einzelner Trikots mit gleicher Schrift.
- Bestellfenster. Kläre, ob der Anbieter Sammelbestellungen nach Namen sortiert verpackt.
- Vereinsshop. Frag, wer Verkäufer ist und wie der Aufschlag an deinen Verein fließt. Kläre auch, wie lange ein Motiv im Shop bleiben kann.
- Muster und Farben. Lass dir Muster zur Anprobe schicken und halte die Vereinsfarben als Farbverweis fest.
- Sponsorenlogos. Lass dir bestätigen, dass Druckdaten erst nach deiner schriftlichen Freigabe veredelt werden.
