DTG druckt Fotos auf Baumwolle. Es braucht keine Einrichtung und fühlt sich weich an, verliert aber bei größeren Mengen mit wenigen Farben gegen den Siebdruck und funktioniert auf reinem Polyester nicht. Wo die Grenzen der anderen Verfahren liegen, steht in der Verfahrensübersicht.
Was DTG ist
Die Tinte geht ins Gewebe, nicht darauf. Ein Druckkopf fährt über das eingespannte Textil und legt die Farbe ab, ähnlich wie ein Bürodrucker über Papier fährt. Anschließend wird die Tinte unter Hitze fixiert. Weil die Farbe in der Faser sitzt statt als Schicht darüber, bleibt der Griff weich, und ein großflächiges Motiv fühlt sich kaum anders an als der Stoff daneben.
Ein Schritt davor entscheidet über fast alles: die Vorbehandlung. Auf dunkler Ware muss zuerst eine weiße Grundierung aufgetragen und getrocknet werden, sonst verschwindet die Farbe im Stoff. Diese Vorbehandlung kostet Zeit, Material und Sorgfalt. Sie ist der Grund, warum derselbe Druck auf Schwarz oft spürbar teurer ist als auf Weiß, und warum ein schlecht vorbehandeltes Teil nach der ersten Wäsche blass aussieht.
Auf dunkler Ware gibt es einen Effekt, den du kennen solltest, bevor du ihn siehst. Wo die Vorbehandlung aufgetragen wurde, kann der Stoff nach dem Waschen leicht anders aussehen als daneben, sodass ein blasser Rahmen um das Motiv sichtbar wird. Sauber gearbeitet fällt das kaum auf. Es ist trotzdem der häufigste Grund für Reklamationen bei diesem Verfahren, und ein Muster vorab klärt die Frage schneller als jede Zusage.
Das Material begrenzt das Verfahren enger als jedes andere hier. Die Tinte braucht Baumwolle, um sich zu binden. Mischgewebe geht bis zu einem gewissen Anteil, wird aber flauer. Reines Polyester nimmt sie nicht an. Wer eine Sportkollektion plant, ist mit DTF oder Sublimation besser bedient.
Dafür hat DTG, wie die anderen digitalen Verfahren, eine Stärke gegenüber dem Siebdruck: beliebig viele Farben ohne Aufpreis. Bei einem Farbverlauf, einem Foto, einem Motiv mit tausend Zwischentönen zählen Motivgröße und Tintenmenge, nicht die Zahl der Farben. Es gibt keine Farbauszüge, keine Siebe, keinen Grund zur Sparsamkeit beim Entwurf.
Danach wird fixiert. Unter Hitze und mit Zeit. Wird dabei gespart, sitzt die Tinte nicht fest, und das zeigt sich nicht sofort, sondern nach der zweiten oder dritten Wäsche. Ein Anbieter, der eine klare Waschempfehlung mitgibt, hat diesen Schritt in der Regel im Griff.
Auch die Auflösung liegt hier vorn. Feine Linien, kleine Schrift und weiche Kanten geben nach, wo ein Siebdruck an das Raster gebunden ist. Der Preis ist ein anderer: Die Farben wirken weniger leuchtend als eine aufliegende Schicht, besonders auf dunkler Ware. Ein Neonton lässt sich mit DTG nicht erreichen.
Wann sich DTG lohnt
Es gibt keine Einrichtung, also auch keine Mindestmenge, die aus dem Verfahren kommt. Ein Stück ist möglich. Darauf beruht das gesamte Print-on-Demand-Geschäft: Ohne Vorleistung je Motiv lässt sich auf Bestellung fertigen, statt eine Auflage vorzufinanzieren.
Die Kehrseite ist dieselbe wie bei DTF. Kosten je Auftrag fallen zwar an, etwa für die Vorbereitung der Druckdatei, aber kein Sieb je Farbe, das sich auf die Stückzahl verteilen ließe. Deshalb sinkt der Stückpreis mit der Auflage deutlich langsamer als im Siebdruck. Bestimmt wird er vor allem von Motivgröße und Tintenmenge, auf dunklem Textil auch von der weißen Grundschicht unter den Farben. Bei größeren Mengen mit wenigen Farben zieht Siebdruck vorbei. Wo der Punkt liegt, hängt vom Anbieter ab; die Profile unten nennen Mindestmengen, soweit sie dokumentiert sind.
Eindeutig wird es bei Fotomotiven. Dasselbe gilt für Illustrationen mit vielen Farben. Dort gibt DTG das Motiv besser wieder und ist dabei oft billiger: Jede zusätzliche Farbe bedeutet im Siebdruck ein weiteres Sieb und hier gar nichts.
Der zweite Fall sind Kleinstauflagen und Tests. Zwanzig Shirts für ein Konzert, eine Handvoll Muster vor der großen Bestellung, ein Motiv, das sich erst beweisen muss. Für Creator und Artists, die nicht auf Lagerware sitzen bleiben wollen, ist das der übliche Weg.
Bei hart beanspruchter Ware wird es schwächer. Arbeitskleidung, die täglich gewaschen wird, hält im Stick länger durch.
Bei der Datei ist DTG anspruchslos: ein Bild in ausreichender Auflösung für die spätere Druckgröße, transparenter Hintergrund, fertig. Farbverbindlichkeit ist der eine Punkt, an dem es klemmt. Was du am Bildschirm siehst, ist Licht; was gedruckt wird, ist Tinte auf gefärbter Baumwolle. Kräftige Blau- und Grüntöne verschieben sich dabei am stärksten. Wenn dein Logo einen festgelegten Farbton hat, lass ihn vorab auf dem tatsächlichen Textil drucken, oder wähle Siebdruck mit angemischter Sonderfarbe.
DTG im Vergleich
DTG
DTF
Siebdruck
Sublimation
Am nächsten liegt DTF. Beide drucken digital und fertigen ab einem Stück. Sie unterscheiden sich darin, wo die Farbe landet. DTG bindet sich mit der Baumwollfaser und bleibt weich; DTF legt einen Film auf und funktioniert dafür auf fast jedem Material. Für ein Baumwollshirt ist DTG die schönere Lösung, für eine gemischte Kollektion die unpraktischere.
Gegenüber Siebdruck ist die Sache eine Rechenaufgabe. Wenige Farben und viele Teile sprechen für Siebdruck, viele Farben und wenige Teile für DTG. Dazwischen liegt ein Bereich, in dem beides vertretbar ist, und dort entscheiden Termin und gewünschter Griff.
Sublimation wird gelegentlich mit DTG verwechselt, weil beide ohne fühlbare Schicht auskommen. Sie ist aber das Gegenstück beim Material: Sublimation braucht helle Synthetik, DTG braucht Baumwolle. Die beiden schließen einander praktisch aus.
Worauf du bei der Anbieterauswahl achten solltest
Diese Punkte machen den Unterschied:
- Mindestbestellmenge. Aus dem Verfahren kommt keine, aus dem Betrieb schon.
- Preis je Druck. Frag, ob er nach Motivgröße oder nach Zahl der Positionen steigt, ab welcher Stückzahl ein Staffelpreis greift und ob er je Motiv oder je Auftrag gilt.
- Welche Textilien freigegeben sind. Frag nach dem Baumwollanteil, ab dem gedruckt wird. Bei Mischgewebe gehen die Zusagen weit auseinander.
- Aufpreis für dunkle Ware. Er kommt aus der Vorbehandlung und ist meist berechtigt. Er sollte aber im Angebot stehen und nicht erst in der Rechnung.
- Ob Muster möglich sind. Weil ein Einzelstück technisch kein Problem ist, bieten viele Anbieter Muster an. Bei einem Motiv mit kritischen Farben lohnt sich das vor der Auflage.
- Waschempfehlung. Ein Anbieter, der eine klare mitgibt, hat die Fixierung im Griff.
- Lieferzeit. Sie hängt hier stärker an der Auslastung als am Motiv, weil je Teil dieselbe Maschinenzeit anfällt.
