Print-on-Demand heißt, dass dein Merch erst gedruckt wird, wenn es jemand gekauft hat. Du trägst kein Lager und finanzierst nichts vor, zahlst dafür je Stück mehr und gibst Druck und Versand aus der Hand. Die übrigen Modelle findest du unter Geschäftsmodelle.
Was Print-on-Demand ist
Ein Print-on-Demand-Anbieter verbindet einen Onlineshop mit seiner Produktion. Kauft jemand in deinem Shop ein Shirt, entsteht daraus ein Druckauftrag. Das Teil wird einzeln bedruckt und direkt an die Käuferin geschickt. Vorher existiert es nicht.
Dafür braucht es Verfahren ohne Einrichtung. DTG druckt direkt auf Baumwolle, und DTF überträgt einen bedruckten Film, der auch auf Mischgewebe hält. Für Tassen und Allover-Motive auf Polyester kommt Sublimation dazu. Manche Anbieter sticken auch, weil ein einmal programmiertes Motiv für jedes weitere Teil abrufbar bleibt. Siebdruck scheidet dagegen aus, denn ein Sieb für ein einzelnes Shirt rechnet sich nicht.
Es gibt zwei Formen, und sie unterscheiden sich darin, wem deine Kundschaft gehört. Bei der ersten stellt der Anbieter den Shop selbst bereit. Du lädst Motive hoch und legst Preise fest, alles andere bis zur Kundenanfrage erledigt die Plattform. Bei der zweiten verkaufst du über deinen eigenen Shop, etwa auf Shopify oder WooCommerce, und eine Schnittstelle reicht jede Bestellung an den Anbieter weiter, der dann im Hintergrund produziert und unter deinem Namen verschickt. Die Kundenliste gehört dann dir.
Im ersten Fall bist du schnell startklar. Dafür bestimmt die Plattform Checkout und Versandkosten, und deine Kundendaten liegen bei ihr. Im zweiten Fall baust und pflegst du den Shop selbst und behältst den Kundenkontakt. Welches Shopsystem zu welchem Anbieter passt, vergleicht der Ratgeber zu Print-on-Demand und Shopsystemen. Anbieter der ersten Form tragen häufig zusätzlich das Modell Plattform- und SaaS-Anbieter.
Wirtschaftlich ist der Stückpreis die einzige Stellschraube. Für jedes Teil, das deine Kundschaft einzeln bestellt, zahlst du denselben Stückpreis, beim ersten verkauften Shirt wie beim hundertsten, weil jedes Teil denselben Arbeitsgang durchläuft. Bestellst du selbst viele Teile auf einmal, nennen manche Anbieter Staffelpreise. Deine Marge ist, was vom Verkaufspreis nach Abzug von Stückpreis und Versand bleibt, wobei auch die Gebühren für die Zahlung abgehen, und weil diese Posten fest sind, rechnest du den Verkaufspreis am besten rückwärts von der Marge aus, die du erreichen willst.
Große Anbieter verteilen Aufträge auf Partnerbetriebe in mehreren Ländern, um nah an der Lieferadresse zu drucken. Das verkürzt die Laufzeit. Es kann aber heißen, dass dasselbe Motiv je nach Standort auf einer anderen Blankware landet oder auf einer anderen Maschine gedruckt wird. Frag danach, wenn dir ein einheitliches Ergebnis wichtig ist.
Wann Print-on-Demand passt
Am stärksten ist das Modell bei unsicherer Nachfrage. Probierst du als Creator oder Band ein neues Motiv aus, siehst du nach ein paar Wochen, ob es sich verkauft. Floppt es, stehen keine Kartons im Keller. Läuft es, bleibt der Weg zu einer Auflage beim Veredler offen, und deine Marge steigt.
Der zweite Grund ist Vielfalt. Fünf Motive auf drei Produkten in je vier Farben und sechs Größen ergeben Hunderte Varianten. Als Lagerware könntest du das kaum finanzieren. Im Print-on-Demand kostet jede zusätzliche Variante nur die Zeit, sie anzulegen.
Teuer wird es bei planbarer Menge. Bestellst du gesammelt für deinen Verein, geht alles an eine Adresse und zu einem Termin. Im Print-on-Demand zahlst du dann für eine Flexibilität, die du nicht brauchst, während eine Auflage bei einem Textilveredler deutlich günstiger kommt.
Am Merchstand fällt das Modell weg. Beim Bandmerch auf Tour oder beim Eventmerch muss die Ware vor Ort liegen, bevor die Türen aufgehen. Auch die Haptik eines dicken Siebdrucks bekommst du im Print-on-Demand in der Regel nicht.
Oft übersehen wird das Widerrufsrecht. Dass ein Shirt erst nach der Bestellung bedruckt wird, macht es noch nicht zur individuellen Anfertigung. Der Ausschluss nach § 312g Abs. 2 Nr. 1 BGB greift erst bei echter Personalisierung, etwa mit einem Namen oder einem eigenen Foto; ein Pullover in wählbarer Größe und Farbe fällt nicht darunter, wie das Landgericht Verden entschieden hat. Motive aus deinem Sortiment dürfen deine Kunden also zurückschicken. Weil sich ein bedrucktes Teil selten neu verkaufen lässt, klärst du vorab, wer die Kosten einer Retoure trägt.
Für Motivrechte haftest du selbst. Plattformen prüfen deine hochgeladenen Designs teils automatisch auf geschützte Marken und sperren Treffer, doch eine Freigabe durch die Plattform ersetzt keine rechtliche Prüfung. Für ein Fan-Motiv mit Vereinswappen oder Bandlogo brauchst du die Zustimmung dessen, dem die Rechte gehören.
Print-on-Demand im Vergleich
Print-on-Demand
Auflage beim Veredler
Auflage mit Fulfillment
Den Unterschied zum Fulfillment macht die Frage, ob die Ware schon existiert. Beim Fulfillment liegt eine bezahlte Auflage im Lager, sie gehört dir, und der Dienstleister verschickt sie Stück für Stück. Das ist je Teil günstiger. Es bindet aber dein Geld in Ware, die sich erst verkaufen muss.
Dazwischen stehen Full-Service-Anbieter, die eine Auflage produzieren und zugleich den Shop mit Lager betreiben. Dafür fallen Einrichtungs- und Lagerkosten an. Ob sich das für deinen Verein oder deine Band rechnet, zeigt der Ratgeber zum Full-Service-Merch-Shop.
Worauf du bei der Anbieterauswahl achten solltest
- Die Blankware im Katalog. Frag nach Marke und Artikelnummer und bestell ein Muster, bevor du ein Motiv online stellst. Grammatur und Schnitt unterscheiden sich zwischen Katalogen erheblich.
- Das Verfahren je Produkt. Ob dein Motiv per DTG oder DTF gedruckt wird, entscheidet über den Griff und über die Farbwirkung auf dunklen Shirts.
- Der Produktionsstandort. Er bestimmt die Laufzeit zu deinen Kunden. Wird außerhalb der EU gedruckt, können bei Lieferungen in die EU Zoll und Einfuhrumsatzsteuer anfallen.
- Die Anbindung an dein Shopsystem. Prüf, ob die Sendungsnummer automatisch zurückgemeldet wird. Sonst beantwortest du jede Lieferanfrage von Hand.
- Versand unter deinem Namen. Frag, ob das Paket neutral oder mit deinem Logo verschickt wird und ob eigene Weblabels möglich sind.
- Die Regelung für Retouren und Fehldrucke. Lass dir schriftlich geben, wer eine Rücksendung zahlt und wie ein fehlerhaft gedrucktes Teil ersetzt wird.
