Plattform- und SaaS-Anbieter verkaufen Software, mit der du Merch bestellst oder verkaufst, unabhängig davon, wer die Teile herstellt. Die Fertigung kann woanders liegen. Das Angebot reicht vom Shop-Baukasten mit angeschlossener Produktion über ein Bestellportal für dein Unternehmen bis zur Schnittstelle zu deinem eigenen Shop. Die Einordnung neben Druckerei und Print-on-Demand findest du unter Geschäftsmodelle.
Was eine Merch-Plattform leistet
Eine Plattform ersetzt Abstimmung durch Selbstbedienung. Statt Anfragen per Mail zu schicken, legst du Artikel und Preise in einem Backend an. Dort siehst du auch Bestellungen und Bestände und löst Nachbestellungen selbst aus. Der Anbieter verdient an Gebühren, an einem Aufschlag auf jedes Teil oder an beidem.
Im Merch-Bereich begegnen dir drei Formen. Print-on-Demand-Dienste bieten eine Schnittstelle oder fertige Apps für Shopsysteme wie Shopify und Shopware, damit Bestellungen aus deinem Shop ohne Handarbeit in die Fertigung laufen. Unternehmensplattformen stellen ein Portal bereit, in dem deine Mitarbeitenden oder Standorte aus einem von dir freigegebenen Sortiment bestellen. Logistiker schließlich binden ihr Lager über dieselben Wege an deinen Shop an und melden Bestände zurück.
In Unternehmensportalen legt meist die Marketingabteilung fest, wer was bestellen darf. Budgets je Abteilung gehören dort zum Kern. An solchen Anforderungen scheitern einfache Shop-Baukästen häufig, weil sie für den Verkauf an Endkunden gebaut sind und Freigaben durch Vorgesetzte oder die Abrechnung über Kostenstellen gar nicht vorsehen.
Ein Print-on-Demand-Betrieb ohne eigene Plattform nimmt Aufträge als Datei und per Mail an. Mit Plattform steuerst du dieselbe Fertigung selbst, zu jeder Uhrzeit und ohne auf eine Antwort zu warten. Bei vielen kleinen Bestellungen spart das Zeit. Bei Sonderwünschen stößt es an Grenzen, weil du alles, was das Backend nicht vorsieht, über den Support klären musst.
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
Software bindet länger als ein einzelner Druckauftrag. Liegen deine Kundendaten und Bestellhistorie in einem fremden System, wird ein Wechsel aufwendig. Prüf deshalb vor dem Start, wie du wieder herauskommst.
- Datenexport. Frag, ob sich Bestellungen und Artikel in einem gängigen Format exportieren lassen, samt deiner Motive in voller Auflösung.
- Auftragsverarbeitung. Verarbeitet die Plattform personenbezogene Daten deiner Kunden oder Mitarbeitenden, brauchst du mit dem Anbieter einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Lade vorher keine Adresslisten hoch.
- Pflege der Anbindung. Prüf, ob der Anbieter die App für dein Shopsystem selbst entwickelt. Aktuelle Dokumentation und regelmäßige Updates sind ein gutes Zeichen.
- Kosten neben dem Stückpreis. Monatsgebühren, Anteile je Transaktion und Preise je Nutzerkonto summieren sich. Rechne sie mit deiner erwarteten Bestellzahl durch.
- Fertigung hinter der Software. Frag, wo produziert wird und ob der Anbieter selbst fertigt oder Partner beauftragt. Davon hängen Lieferzeit und Qualität ab.
Ob du überhaupt einen eigenen Shop brauchst oder das System eines Anbieters reicht, behandelt der Ratgeber zu Merch-Shop-Systemen.
