Für wen sind mitgelieferte Shop-Systeme gedacht?
Mitgelieferte Shop-Systeme richten sich an Leute mit Reichweite und ohne Shop-Erfahrung. Wie viele das in Deutschland sind, lässt sich grob beziffern.
3,5 Mio.
Creator in Deutschland mit eigenem Geschäft rund um ihre Inhalte
Quelle: Adobe, Studie „Creators in the Creator Economy“ (Befragung Mai 2022, Selbstauskunft, hochgerechnet), Stand 25.08.2022
Studien zur Creator-Economy in Deutschland, etwa die Lexware/WeCreate-Studie oder ein Report des IW Köln (beide unten in den Quellen), behandeln Merch als eine Einnahmequelle neben Werbepartnerschaften, Plattform-Zahlungen und Abos, ohne einen eigenen Betrag dafür auszuweisen. Auch zur Größe des Print-on-Demand-Marktes im deutschsprachigen Raum liegt uns keine belastbare Zahl vor. Was im Netz dazu kursiert, stammt von Report-Verkäufern und widerspricht sich untereinander, weshalb wir es nicht zitieren.
Creator-Economy in Deutschland: Belegte Marktzahlen
Für dich hat das eine Folge. Es existiert kein Vergleichswert, an dem du dich ausrichten könntest: kein üblicher Umsatz pro Follower, keine übliche Verkaufsquote. Wer dir so eine Faustregel nennt, hat sie geschätzt. Deshalb beantwortet dieser Artikel keine Frage nach Mengen oder Erlösen. Er beantwortet, welcher Aufbau zu dem passt, was du bereits hast. Das geht auch ohne Marktzahlen.
Welche zwei Arten von Print-on-Demand gibt es?
Es gibt zwei Arten: die Integration in einen bestehenden Shop und das eigenständige Merch-Shop-System. Unterschiedlich ist, wem der Laden gehört, in dem es verkauft wurde.
Integration in bestehenden Shop
Eigenständiges Merch-Shop-System
Worauf achtest du bei einem mitgelieferten Shop-System?
An Spreadshop lässt sich zeigen, worauf du beim Lesen solcher Angebote achten kannst. Der Anbieter beschreibt sich selbst so:
Als Made-to-Order-Pionier sind wir der verlässliche Merch-Partner für die Creator-Economy.
An diesem Satz kannst du nichts überprüfen. Er beschreibt, wie der Anbieter gesehen werden möchte. Weiter kommst du mit den Angaben daneben: Der Shop wird gestellt, Lager und Vorproduktion entfallen, angesprochen sind Creator, Vereine und Communities. Bei den Siegeln lohnt der zweite Blick, denn die OEKO-TEX-Angabe gilt für einen Teil der Produkte und nicht für alles, was im Shop steht.
Was dir so ein System abnimmt, siehst du am ehesten an der Gegenrechnung. Wer selbst einen Shop aufsetzt, wählt ein Shopsystem aus, richtet den Kaufvorgang ein, bindet einen Zahlungsanbieter an, entscheidet sich für ein Design und pflegt das Ganze danach weiter. Jeder Schritt für sich ist machbar. Beim mitgelieferten Shop fallen sie weg, dafür gestaltest du nur noch innerhalb dessen, was der Anbieter vorsieht.
Wann passt welches Modell?
Ohne eigenen Onlineshop passt ein eigenständiges Merch-Shop-System. Mit eigenem Shop und dem Wunsch, Kasse und Kundendaten zu behalten, passt die Integration.
Zwei kurze Fragen zeigen, in welcher Gruppe du suchen solltest.
2 Fragen, 3 mögliche Ergebnisse — alle anzeigen
- Frage 1
Hast du bereits einen eigenen Onlineshop, etwa Shopify, Etsy oder WooCommerce?
- Frage 2
Sollen Gestaltung, Kaufvorgang und Kundendaten vollständig bei dir bleiben?
- Nein auf „Hast du bereits einen eigenen Onlineshop, etwa Shopify, Etsy oder WooCommerce?“
Ein eigenständiges Merch-Shop-System passt zu dir
Ohne bestehenden Shop fällt die gesamte Einrichtung weg. Du fängst bei den Motiven an statt bei der Technik.
- Ja auf „Sollen Gestaltung, Kaufvorgang und Kundendaten vollständig bei dir bleiben?“
Eine Integration in deinen bestehenden Shop passt zu dir
Läuft dein Shop schon, bleiben Gestaltung, Kasse und Kundendaten dort, wo sie sind. Eine Anbindung ist dann näherliegend als ein zweites, getrenntes System.
- In allen übrigen Fällen
Ein eigenständiges System kann trotzdem passen
Auch mit bestehendem Shop kann das mitgelieferte System der kürzere Weg sein, wenn dir das erste verkaufte Produkt wichtiger ist als die volle Gestaltungshoheit.
Du weißt noch nicht, ob du einen Shop brauchst? Zwei Fragen zeigen den passenden Weg.
Welche vier Dinge klärst du vor der Zusage?
- Entscheide zuerst, ob du einen eigenen Shop willst. Davon hängt alles Weitere ab.
- Frag Siegel produktweise ab. „Einige Produkte OEKO-TEX-zertifiziert“ ist etwas anderes als alle.
- Prüfe Lieferzeit und Versandgebiet mit Blick auf deine Käufer.
- Lass dir beim mitgelieferten Shop zeigen, was sich tatsächlich anpassen lässt: Logo, Farben, eigene Domain. Und was fest vorgegeben bleibt.
Ist On-Demand automatisch schlechtere Qualität?
Nein, nicht automatisch. Die Artist-Managerin Deborah Salamon (Studio Beehive) sagt im Podcast „Business With A Smile“ von Thomas Müller, dass ein Druck auch bei teurer Ware mal abgeben kann. Mehr aus dem Gespräch steht im Artikel Fans zufriedenstellen oder Marge maximieren?.
Fazit
Wer schon einen Shop betreibt, bindet die Produktion an und behält Kasse und Kundendaten. Wer keinen hat, kommt mit dem mitgelieferten Shop schneller zum ersten Verkauf und gestaltet dafür nur innerhalb des Rahmens, den der Anbieter vorgibt. Wie weit sich ein Angebot anpassen lässt und welche Siegel für dein Produkt gelten, klärst du beim Anbieter und am einzelnen Artikel.
