Welche Einrichtungskosten stehen nicht im ersten Angebot?
Zwei Einrichtungskosten können im ersten Angebot fehlen und lassen sich leicht verwechseln, weil beide einmalig anfallen und beide „Einrichtung“ heißen. Die erste hängt am Druckverfahren: Stick braucht vor der ersten Nadel eine eigene Stickdatei, die ein Motiv in Stiche übersetzt. Dieser Schritt fällt einmal je Motiv an und wird getrennt ausgewiesen oder in den Stückpreis eingerechnet. Frag danach, sonst vergleichst du zwei Angebote, von denen eines den Posten versteckt.
Die zweite Einrichtungsgebühr betrifft den Shop selbst. Ein Full-Service-Anbieter, der dauerhaft einen Onlineshop für dich betreibt, kann zusätzlich eine einmalige Einrichtungsgebühr für diesen Shop verlangen, unabhängig vom Druckverfahren.
ab 290 €
Setup Fee im Essential-Tarif des Company-Shops (bis 50 Mitarbeitende) — Company auf Anfrage, Enterprise individuell
Quelle: lvmerch.at/merch-shop/, Stand 10.09.2026 automatisch erfasst
Frag jeden Full-Service-Anbieter, was in dieser Gebühr enthalten ist und was danach monatlich als Lagerkosten läuft. Die beiden Einrichtungskosten oben sind unabhängig voneinander: Ein Anbieter kann beide verlangen, eine oder keine.
Full-Service-Merch-Shop: Wann lohnt er sich?
Warum kostet derselbe Druck auf einem anderen Rohling anders?
Zwei Angebote mit demselben Druckverfahren und derselben Auflage können trotzdem weit auseinanderliegen, wenn dahinter unterschiedliche Blankware, der Rohling, also das unbedruckte Textil, steckt. Bei einem einfachen, einfarbigen Motiv bestimmt die Blankware einen großen Teil des Stückpreises. Die Veredelung selbst kostet wenig dazu.
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Am deutlichsten zeigt sich das beim Produktwechsel. Ein Rohling für einen Hoodie kostet deutlich mehr als der für ein Shirt, ganz unabhängig vom Druck, der später draufkommt. Beim Shirt trägt die Veredelung einen großen Teil des Stückpreises, beim Hoodie dreht sich das um: Dort trägt der Rohling den größeren Anteil.
Frag deshalb zusätzlich nach Marke und Artikelnummer der Blankware. Erst damit lassen sich zwei Angebote wirklich vergleichen, und du erkennst, ob ein niedrigerer Stückpreis am Druck liegt oder an einem einfacheren Rohling.
Warum läuft die Lagerdauer beim Fulfillment ins Geld?
Beim Fulfillment, also Lagerung und Versand für andere, läuft die Lagerdauer ins Geld, weil die Gebühr für den Lagerplatz jeden Monat weiterläuft, auch für die zwei Kartons Shirts in XXS, die sich nicht verkaufen. Über ein Jahr gerechnet kann dieser laufende Posten den Stückpreisvorteil einer größeren Auflage wieder aufzehren.
Plane deshalb vor der Einlagerung, was mit Restbeständen passiert, ob Abverkauf oder Rücklieferung an dich. Frag außerdem, ob die Auslagerung am Ende als eigener Posten berechnet wird. Das ist die Rechnung, die neben dem Stückpreis steht und selten in der ersten Zahl eines Angebots auftaucht.
Wo steckt das Agenturhonorar im Angebot?
Das Agenturhonorar steckt entweder im Stückpreis oder steht getrennt in der Rechnung. Beauftragst du eine Agentur, bezahlst du ihre Organisation auf einem von zwei Wegen. Beim ersten schlägt sie ihren Anteil auf den Einkaufspreis auf, und du siehst nur einen Stückpreis. Beim zweiten stellt sie Planung und Projektsteuerung als Honorar getrennt vom Warenwert in Rechnung, sodass sich ihr Angebot Position für Position neben das einer Druckerei legen lässt.
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Nur im zweiten Fall lässt sich ein Agenturangebot mit einem Angebot vergleichen, das du direkt bei einer Druckerei einholst. Zu üblichen Agenturhonoraren liegt uns keine belegte Vergleichsgrundlage vor, deshalb nennt dieser Artikel keine Spannen. Frag stattdessen offen, welcher der beiden Wege gilt.
Welche vier Fragen stellst du vor der Unterschrift?
- Frag, ob neben der Verfahrenseinrichtung eine eigene Einrichtungsgebühr für Shop oder Plattform anfällt, und ob sie einmalig oder laufend ist.
- Frag nach Marke und Artikelnummer der Blankware, damit du zwei Angebote am selben Rohling vergleichst, nicht nur am Verfahren.
- Frag nach allen Lagerposten einzeln, Einlagerung, monatlicher Lagerplatz und Auslagerung, und danach, was mit unverkaufter Restware passiert.
- Frag bei einer Agentur direkt, ob ihr Honorar im Stückpreis steckt oder getrennt ausgewiesen wird.
Fazit
Der Stückpreis allein trägt keinen Angebotsvergleich, weil weitere Posten die Endsumme verändern. Wie hoch jeder Posten ausfällt, steht erst im konkreten Angebot. Erst die Antworten auf die Fragen oben zeigen, ob zwei Angebote vergleichbar sind.
