Eine Agentur plant dein Merch und kauft die Produktion bei Partnerbetrieben ein. Du hast einen Ansprechpartner für alles. Die Organisation bezahlst du über einen Aufschlag oder ein Honorar, und worin sich das Modell von Veredlern und Print-on-Demand unterscheidet, steht auf der Seite Geschäftsmodelle.
Was Agenturgeschäft ist
Im Agenturgeschäft liegt der Wert in der Organisation. Die Agentur nimmt deinen Auftrag an, stellt ein Sortiment zusammen, holt Angebote bei Druckereien oder Herstellern von Hartware ein und steuert, dass alles zum Termin da ist. Die Maschine steht woanders. Dein Vertrag läuft trotzdem mit der Agentur, und liefert ein Partnerbetrieb fehlerhafte Ware, ist sie deine Ansprechpartnerin für die Reklamation, nicht der Betrieb, den du vielleicht gar nicht kennst.
Reine Vermittlung ohne eigene Werkstatt ist im Merch-Bereich eher die Ausnahme. Häufiger bedruckt eine Agentur Textil selbst und kauft zu, was sie nicht im Haus hat, etwa Tassen oder gestrickte Schals. Solche Profile tragen Agenturgeschäft neben Textildruck und Veredelung. Frag deshalb je Produkt, wo es entsteht.
Bezahlt wird die Organisation auf zwei Wegen. Beim ersten schlägt die Agentur ihren Anteil auf den Einkaufspreis auf, und du siehst nur einen Stückpreis. Beim zweiten stellt sie Planung und Projektsteuerung als Honorar getrennt vom Warenwert in Rechnung, sodass du ihr Angebot Position für Position neben das einer Druckerei legen kannst. Beide Wege sind üblich. Der zweite ist transparenter.
Eine Agentur übernimmt oft Arbeit, die vor und nach der Produktion liegt. Dazu gehören die Gestaltung und der Mustersatz, den du vor der Auflage in der Hand hast. Bei Bands kommt die Absprache mit dem Management über Logo und Freigaben hinzu. Auf Tourneen und Festivals verkauft manche Agentur selbst am Merchstand, was MerchScout als eigenen Service Live-Merchandising führt. Nachproduktionen während einer Tour organisiert sie ebenfalls.
Unter demselben Begriff arbeiten in der Werbeartikelbranche Händler und Berater. Sie bestellen aus den Katalogen großer Lieferanten und bringen meist ein Logo auf, ohne eigenes Motiv. Firmen kennen diesen Weg. Verkaufst du Merch für Fans, brauchst du eher Gestaltung und Textilkompetenz. Die Seite zum Werbemittelhersteller grenzt diese Welt ab, und der Ratgeber zur Merch-Agentur beschreibt die Spielarten ausführlich.
Wann Agenturgeschäft passt
Eine Agentur lohnt sich bei gemischten Sortimenten mit festem Termin. Eine Tour braucht Shirts, Hoodies, Poster und Taschen. Jedes Produkt kommt von einem anderen Betrieb, mit eigener Mindestmenge und eigener Lieferzeit, und die Agentur sorgt dafür, dass am Ende alles zur selben Zeit am selben Ort ankommt, auch wenn ein Posten zwei Wochen länger braucht als die übrigen.
Sie lohnt sich auch, wenn bei dir niemand die Arbeit übernehmen kann. Druckdaten vorbereiten, Blankware auswählen, Farbtöne abgleichen und Muster freigeben kostet dich bei deinem ersten Projekt viele Stunden. Bei Bands und Festivals fällt diese Arbeit in die Wochen vor dem Start. Dann hat niemand Zeit.
Für den Zeitplan zählt die langsamste Position. Dein Sortiment ist erst fertig, wenn das Produkt mit der längsten Lieferzeit da ist, und die Agentur braucht zusätzlich Tage, um Lieferungen zu bündeln. Rechne deshalb vom Liefertermin rückwärts. Zieh den Puffer ab, dann die Tage, die die Agentur zum Bündeln braucht, und dann die längste Lieferzeit im Sortiment. So kommst du auf den Tag, an dem du die Muster spätestens freigeben musst. Die Fragen an den Anbieter für jeden dieser Schritte sammelt die Übersicht zum Vorlauf beim Eventmerch.
Ein gutes Briefing spart Abstimmungsrunden. Nenne der Agentur dein Budget, den Verkaufsweg und den Termin, dazu, wer das Merch am Ende trägt. Ob die Shirts am Merchstand verkauft oder an Mitarbeitende verschenkt werden, verändert die Produktwahl stärker als das Motiv.
Bei einem einzelnen Produkt passt sie weniger. Ein Shirt mit einem Motiv in einer Auflage bekommst du beim Veredler direkt, ohne die Station dazwischen. Steht für dich der Preis an erster Stelle, trägt der Umweg selten.
Die Mindestmengen verschwinden durch eine Agentur nicht. Sie gelten beim Partnerbetrieb weiter. Manche Agenturen gleichen das aus, indem sie Produkte über mehrere Kunden bündeln oder aus eigenem Bestand liefern, doch darauf verlassen solltest du dich nur, wenn es im Angebot steht.
Planst du Lizenzmotive, lohnt ein zweiter Blick. Eine Merch-Agentur bedruckt, was du freigibst. Eine Lizenzagentur vertritt die Rechte an Marken und Figuren und vergibt sie gegen Gebühr. Das sind zwei getrennte Geschäfte, auch wenn beide Agentur heißen.
Agenturgeschäft im Vergleich
Agenturgeschäft
Textildruck und Veredelung
Werbemittelhersteller
Print-on-Demand
Du kaufst dort Koordination ein. Du gibst einen Teil der Kontrolle über die Produktion ab und bekommst dafür jemanden, der mehrere Betriebe koordiniert. Ein Fehler in der Kette ist dann ihr Problem. Der Preis dafür steht im Angebot, offen oder im Stückpreis.
Gegenüber einem Full-Service-Anbieter liegt der Schwerpunkt woanders. Eine Agentur arbeitet in Projekten mit Anfang und Ende, ein Full-Service-Anbieter betreibt einen Shop dauerhaft mit Lager und Versand. Viele bieten beides an. Welcher Weg zu deinem laufenden Shop passt, zeigt der Ratgeber zum Full-Service-Merch-Shop.
Worauf du bei der Anbieterauswahl achten solltest
- Was im eigenen Haus entsteht. Lass dir je Produkt sagen, ob die Agentur es selbst veredelt oder zukauft. Davon hängen Lieferzeit und Reaktionszeit bei Fehlern ab.
- Wie abgerechnet wird. Bitte darum, das Honorar getrennt vom Warenwert auszuweisen. Nur so kannst du einzelne Positionen mit einem Direktangebot vergleichen.
- Der Mustersatz vor der Auflage. Frag, ob du von jedem Produkt ein Muster bekommst, bevor die Menge läuft, und wer die Kosten dafür trägt.
- Die Rechte an Entwürfen und Druckdaten. Kläre schriftlich, welche Nutzungsrechte du an der Gestaltung erhältst und ob du die offenen Dateien bekommst, falls du später wechselst.
- Ein fester Ansprechpartner. Frag, wer dein Projekt von der Anfrage bis zur Lieferung betreut und wer in dieser Zeit die Vertretung übernimmt.
- Projekte aus deinem Bereich. Eine Agentur für Tourmerch arbeitet mit anderen Terminen und Mengen als eine für Firmengeschenke. Lass dir Projekte zeigen, die deinem ähneln.
- Nachproduktion. Frag, wie schnell nachgeliefert werden kann und ob Siebe und Stickprogramme beim Partnerbetrieb aufbewahrt werden.
- Nachweise des produzierenden Betriebs. Ein Siegel gilt für den Betrieb, der zertifiziert ist. Frag nach dem Nachweis der Werkstatt, in der deine Ware entsteht, etwa für GOTS oder die Fair Wear Foundation.
