Shopify ist ein gehostetes Shopsystem. Um Server und Updates kümmert sich der Hersteller, das Einrichten deines Shops übernimmst du. Merch-Anbieter binden sich über Apps an, die Bestellungen aus deinem Shop in ihre Fertigung oder ihr Lager übernehmen. Ob du überhaupt einen eigenen Shop brauchst, klärt der Ratgeber zu Print-on-Demand und Shopsystemen. Die selbst betriebene Alternative beschreibt die Seite WooCommerce.
Wie eine Merch-App in Shopify arbeitet
Shopify nennt diese Apps Fulfillment-Service-Apps. Sie bereiten Bestellungen im Auftrag des Händlers vor und verschicken sie, und die Dokumentation zählt Lagerlogistik und Print-on-Demand ausdrücklich dazu. Für dich sieht das so aus: Du installierst die App des Anbieters, verbindest dein Konto bei ihm und legst fest, welche Artikel er fertigt.
Geht eine Bestellung ein, erzeugt Shopify daraus einen Fulfillment-Auftrag. Die App des Anbieters bekommt eine Anfrage und arbeitet den Auftrag ab, ohne dass du etwas weiterleiten musst, und das trennt die Anbindung von einer Bestellung per Mail, bei der jemand in deinem Team jeden Kauf von Hand weitergibt.
Welche Artikel zu welchem Anbieter gehören, erkennt die App am zugewiesenen Standort. Shopify ordnet jede Gruppe offener Positionen einem Standort zu, und die App sieht so, was sie fertigen soll. Ältere Anbindungen mussten dafür noch Artikelnummern abgleichen.
Die Sendungsnummer kann auf zwei Wegen zurückkommen. Entweder meldet der Anbieter sie beim Abschluss des Auftrags gleich mit, oder Shopify fragt einmal in der Stunde bei seiner App nach, ob neue Nummern vorliegen. Beides ist technisch vorgesehen, beides muss die App aber auch umsetzen. Frag nach, ob deine Käufer die Versandbestätigung mit Link automatisch bekommen.
Beim Anlegen lohnt ein zweiter Blick. Manche Apps übertragen Motiv und Produktbilder samt Größen gleich in deinen Shop. Andere erwarten, dass du die Artikel selbst anlegst und jeder Variante die passende Nummer des Anbieters zuordnest. Ein Fehler in dieser Zuordnung schickt die falsche Farbe an deine Kundin.
Varianten, Optionen und mehrere Anbieter
Ein Produkt kann in Shopify höchstens drei Optionen haben, etwa Größe, Farbe und Schnitt. Für Merch reicht das meistens. Brauchst du eine vierte Unterscheidung, zum Beispiel Bio-Baumwolle gegen Standardware, legst du dafür ein eigenes Produkt an. Die Zahl der Varianten je Produkt setzt dir dagegen kaum eine Grenze.
Du kannst Anbieter kombinieren. Du lässt Shirts beim einen drucken und Tassen beim anderen, jede App bekommt nur ihre Artikel. Kauft jemand beides zusammen, entstehen zwei Aufträge und zwei Pakete. Deine Versandkosten im Checkout sollten das abbilden, sonst zahlst du das zweite Porto aus deiner Marge.
Auch Mischformen gehen. Ein Veredler mit Lager verschickt deine vorab gedruckte Auflage, und ein Print-on-Demand-Anbieter fertigt die Motive, deren Nachfrage du noch nicht kennst. Beide hängen am selben Shop. Wie Creator mit Drops und Lastspitzen umgehen, beschreibt die Seite Creator.
Vor dem ersten Verkauf
Rechne den Preis rückwärts. Vom Verkaufspreis gehen Stückpreis und Versand des Anbieters ab, dazu die Gebühren deines Zahlungsanbieters, und bei Print-on-Demand bleibt der Stückpreis auch bei der hundertsten Bestellung gleich. Verlangt die App selbst eine monatliche Gebühr, wiegt sie bei wenigen Verkäufen schwer. Frag danach, bevor du installierst.
Stell die Lieferzeit ehrlich ein. Dein Shop zeigt, was du hinterlegst, der Anbieter braucht aber Zeit für Druck und Versand. Nimm seine Angabe bis zur Zustellung statt der reinen Produktionszeit, sonst schreiben dir die ersten Käufer, bevor ihr Paket überhaupt unterwegs ist.
Bestell vor dem Start selbst. Diese Testbestellung zeigt dir, ob der Auftrag beim Anbieter ankommt. Du siehst das Paket so, wie deine Käufer es auspacken, und merkst, ob die Versandbestätigung mit Link eintrifft. Bestell dabei eine Kombination aus Größe und Farbe, bei der ein Zuordnungsfehler auffallen würde.
Vertrau den Produktbildern nicht blind. Oft entstehen sie aus deinem Motiv auf einem Musterfoto, und Farben wirken auf dem Bildschirm anders als auf Stoff. Halt ein gedrucktes Teil in der Hand, bevor du mit dem Bild wirbst.
Plane auch den Wechsel. Entfernst du eine App, können die Artikel ihre Verbindung zur Fertigung verlieren, während dein Shop sie weiter verkauft. Nimm betroffene Artikel vorher offline oder verbinde sie mit dem neuen Anbieter, bevor du die alte App löschst.
Welche Anbindung zu deinem Warenfluss passt
App eines Print-on-Demand-Anbieters
App eines Veredlers mit Lager
Bestellung per Mail oder Liste
Eigene Anbindung über die API
Die eigene Anbindung ist die Ausnahme. Sie lohnt, wenn kein Anbieter mit App deine Anforderungen erfüllt. Dann baut jemand die Verbindung zur Schnittstelle des Anbieters und pflegt sie bei jeder Änderung auf seiner oder deiner Seite.
Was bei dir bleibt
Shopify stellt die Software, verkaufen tust du. Gegenüber deinen Käufern bist du Vertragspartner, auch wenn ein Anbieter unsichtbar im Hintergrund druckt und das Paket packt. Die Pflichtangaben deines Shops wie Impressum und Widerrufsbelehrung trägst du deshalb selbst ein. Anbieter von digitalen Diensten müssen unter anderem Name und Anschrift leicht erkennbar angeben (§ 5 Abs. 1 DDG).
Dein Shop gibt Adressen weiter. Mit jeder Bestellung bekommt der Anbieter Namen und Anschrift deiner Käufer und verarbeitet sie für dich, damit das Paket ankommt. Kläre, ob dafür ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung nötig ist, und nimm ihn in deine Datenschutzerklärung auf, bevor der Shop online geht.
Beim Widerruf zählt das Modell. Individuell nach deinem Motiv gefertigte Ware kann vom Widerrufsrecht ausgenommen sein, Standardware aus einem Lager ist es nicht. Was dabei gilt, beschreibt die Seite zu Print-on-Demand. Kläre mit dem Anbieter, wohin Rücksendungen gehen, bevor der erste Kauf eingeht.
Worauf du bei der Anbieterauswahl achten solltest
- App im Shopify App Store. Frag, ob der Anbieter eine eigene App pflegt oder über einen Zwischendienst angebunden ist.
- Artikel anlegen. Kläre, ob Bilder und Varianten automatisch in deinen Shop kommen.
- Sendungsnummer. Lass dir zeigen, wie Versandbestätigung und Tracking bei deinen Käufern ankommen.
- Mehrere Anbieter. Prüf, wie Versandkosten im Checkout aussehen, wenn eine Bestellung aus zwei Lagern kommt.
- Rücksendungen. Frag, an welche Adresse deine Käufer zurückschicken und wer die Erstattung auslöst.
- Kündigung. Kläre, was mit den angelegten Artikeln passiert, wenn du die App entfernst.
