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Global Recycled Standard: Anbieter im Vergleich

17 veröffentlichte Anbieter sind für diese Zertifizierung dokumentiert, davon 8 manuell geprüft und 9 automatisch erfasst. Bei jeder Angabe zeigt MerchScout die Quelle mit Datum oder den Vermerk „ohne Beleg“.

Weiter unten findest du alle 17 Anbieter für Global Recycled Standard gesammelt. Direkt zu den Anbietern springen.

Der Global Recycled Standard, kurz GRS, belegt recyceltes Material in einem Produkt und verfolgt es durch die Lieferkette. Herausgeber ist die Organisation Textile Exchange. Für dein Merch aus recyceltem Polyester ist er der gängige Nachweis, und welche Siegel daneben stehen, zeigt Zertifizierungen.

Was der Global Recycled Standard für dein Merch bedeutet

Der Standard arbeitet mit zwei Schwellen. Er gilt für Produkte ab zwanzig Prozent recyceltem Material, und das reicht für den zertifizierten Handel zwischen Unternehmen. Ein Kennzeichen, das Endkunden auf dem Produkt sehen, erlaubt er erst ab fünfzig Prozent. Die Einzelheiten dazu regelt ein eigener Leitfaden zur Nutzung von Logo und Aussagen.

Was als recycelt zählt, legt der Standard über die Definition des Rezyklatanteils in ISO 14021 fest. Material, das innerhalb desselben Prozesses wieder eingesetzt wird, in dem es angefallen ist, gilt danach nicht als Rezyklat. Ein Betrieb kann seine eigenen Schnittreste also nicht einfach zurück in die Maschine geben und das Ergebnis recycelt nennen. Gezählt wird nach Masse. Als Rezyklat gelten nur Materialien, die während einer Herstellung aus dem Abfallstrom abgezweigt wurden, und solche, die nach der Nutzung ihren Zweck nicht mehr erfüllen können, einschließlich der Rückläufer aus dem Vertrieb.

Jede Produktionsstufe muss zertifiziert sein. Die Kette beginnt beim Recycling und endet beim letzten Verkäufer im Geschäft zwischen Unternehmen. Dazwischen liegen Spinnerei und Strickerei sowie Färberei und Konfektion, bei Merch in der Regel auch die Veredelung. Sammelstellen vor dem Recycling erfasst der Standard über eine Selbstauskunft sowie über Dokumente und Besuche vor Ort. Fällt eine Stufe heraus, lässt sich der Anteil danach nicht mehr belegen.

Zum Material kommen weitere Anforderungen. Die sozialen Kriterien reichen vom Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit bis zu Löhnen und Arbeitszeiten. Ökologisch verlangt der Standard ein Umweltmanagement und Regeln für Energie- und Wasserverbrauch, dazu für Abwasser und Luftemissionen sowie für Abfall. Die chemischen Anforderungen schließen problematische Stoffe aus und verweisen auf die Liste eingeschränkter Substanzen der Branchenorganisation ZDHC. Diese Zusatzanforderungen unterscheiden den GRS vom Recycled Claim Standard derselben Organisation, der allein den Rezyklatanteil durch die Kette verfolgt.

Nachgewiesen wird auf zwei Ebenen. Für den Betrieb gibt es ein Scope-Zertifikat, das seine zertifizierten Tätigkeiten festhält. Für die Ware gibt es je Lieferung ein Transaktionszertifikat, das den zertifizierten Anteil von einer Stufe an die nächste weitergibt. Ohne dieses zweite Papier bricht die Kette.

Zwei Dinge regelt der Standard ausdrücklich nicht. Er sagt nichts über die Qualität eines Produkts. Und er ersetzt keine gesetzlichen Vorgaben, weshalb Textile Exchange zertifizierten Betrieben rät, die zulässigen Aussagen zum Rezyklat im jeweiligen Verkaufsland zu prüfen. Für einen Satz wie aus recyceltem Material in deinem Onlineshop gelten also neben dem Standard die Regeln des Verkaufslandes zu Umweltaussagen.

Was der Rezyklatanteil erlaubt

Anteil recyceltes MaterialWas möglich istWas das für dein Merch heißt
unter zwanzig Prozentkeine GRS-ZertifizierungAussagen zum Rezyklat brauchen einen anderen Beleg
ab zwanzig Prozentzertifizierter Handel zwischen Unternehmendie Lieferkette ist belegt, ein Siegel auf dem Teil nicht erlaubt
ab fünfzig Prozentproduktbezogene Kennzeichnung nach dem Logo-Leitfadendu kannst mit dem Siegel werben, wenn jede Stufe zertifiziert ist

Wann der Global Recycled Standard zu deinem Vorhaben passt

Der typische Fall ist Polyester. Trikots und Rucksäcke werden oft aus recyceltem Material angeboten, Gürteltaschen ebenso. Recyceltes Polyester wird häufig aus gebrauchten Getränkeflaschen gewonnen, daneben aus Produktionsresten oder Alttextilien. Auch Mützen aus Rezyklatgarn oder Tragetaschen aus recycelter Baumwolle kannst du über den Standard belegen.

Verfolgt dein Unternehmen Nachhaltigkeitsziele, zählt der Anteil. Eine Tasche mit einem Fünftel Rezyklat kann GRS-zertifiziert gehandelt werden und bekommt trotzdem kein Kennzeichen auf dem Produkt. Lass dir deshalb die genaue Zusammensetzung nennen, bevor du eine Aussage auf Verpackung oder Produktseite planst, und prüfe, ob sie sich auf das ganze Teil bezieht oder nur auf einen Bestandteil wie das Futter.

Die Veredelung braucht eigene Aufmerksamkeit. Weil der Standard jede Stufe bis zum letzten Verkäufer im Geschäft zwischen Unternehmen erfasst, reicht zertifizierte Blankware nicht, wenn eine Druckerei ohne Zertifikat sie bearbeitet und an dich weiterverkauft. Auf Polyester wird meist per Sublimation gedruckt, bei Mischgewebe per Transfer oder Stick.

Bei Trikots für deinen Verein kommt eine praktische Frage dazu. Namen und Nummern werden oft nachträglich aufgebracht, manchmal von einem zweiten Betrieb. Auch diese Stufe gehört zur Kette, wenn du das fertige Trikot mit dem Standard bewerben willst. Kläre das vor dem Auftrag.

Recycelt heißt nicht biologisch. Recyceltes Polyester erfasst GOTS gar nicht, und Bio-Baumwolle enthält kein Rezyklat. Brauchst du beide Aussagen, brauchst du zwei Nachweise. Das kommt bei Mischgewebe vor, etwa bei einem Shirt aus Bio-Baumwolle mit einem Anteil recyceltem Polyester, und dann braucht jeder Faseranteil seinen eigenen Beleg.

Die chemischen Anforderungen betreffen die Verarbeitung in den Betrieben. Eine Prüfung des fertigen Teils auf Schadstoffe ersetzen sie nicht, denn dafür steht OEKO-TEX Standard 100, nach dem du bei Trikots mit engem Hautkontakt zusätzlich fragst.

Mit GOTS teilt der GRS die Logik der geschlossenen Kette. Beide unterscheiden sich im Material, weshalb sie bei einem reinen Polyesterteil praktisch nicht zusammen vorkommen. Besteht deine Kollektion aus Bio-Baumwollshirts und Polyestertrikots, brauchst du für die Shirts ein GOTS-Zertifikat und für die Trikots ein GRS-Zertifikat, jeweils mit eigenem Transaktionszertifikat für die Lieferung.

Gegenüber der Fair Wear Foundation liegt eine Aussage über Ware und Betriebe vor, keine über eine Marke. Eine Mitgliedsmarke von Fair Wear kann einzelne Modelle aus GRS-zertifiziertem Material anbieten, und du kannst beide Aussagen dann nebeneinander verwenden. Sie ergänzen einander gut.

Worauf du bei der Anbieterauswahl achten solltest

  • Rezyklatanteil in Prozent. Lass dir die Zusammensetzung des konkreten Modells nennen. Erst ab der Hälfte ist ein Kennzeichen für Endkunden möglich.
  • Scope-Zertifikat des Anbieters. Prüfe die Gültigkeit und die aufgeführten Tätigkeiten. Ein Zertifikat für den Handel deckt keine Veredelung ab.
  • Transaktionszertifikat für deine Lieferung. Verlange die Zusage vor der Produktion.
  • Druckbetrieb in der Kette. Klär, ob die Veredelung zertifiziert ist, wenn du das fertige Teil mit dem Standard bewerben willst.
  • Quelle des Rezyklats. Frag, ob das Material aus Flaschen oder aus Textilresten stammt, weil das deine Kommunikation verändert.
  • Qualität getrennt prüfen. Der Standard sagt nichts über Haltbarkeit oder Passform, also bestell ein Muster.
  • Beleg für Rückfragen. Kläre, welches Dokument du deinen Kunden bei Rückfragen vorlegen kannst, bevor die Kampagne startet.
  • Schadstoffnachweis zusätzlich. Bei Teilen mit engem Hautkontakt frag getrennt nach einer Prüfung des fertigen Artikels.

Redaktionelle Einordnung, keine Anbieterangabe. Stand 15.09.2026.

Häufige Fragen

Wie viel Rezyklat braucht ein Produkt für den Global Recycled Standard?

Ab zwanzig Prozent recyceltem Material gilt der Standard, was für den zertifizierten Handel zwischen Unternehmen reicht. Darunter gilt er nicht. Ein Kennzeichen, das Endkunden auf dem Produkt sehen, ist erst ab fünfzig Prozent erlaubt. Frag nach der genauen Zusammensetzung, bevor du mit dem Siegel wirbst.

Was unterscheidet den GRS vom Recycled Claim Standard?

Beide stammen von Textile Exchange. Beide verfolgen recyceltes Material durch die Lieferkette, doch nur der Global Recycled Standard stellt zusätzlich Anforderungen an Arbeitsbedingungen und Umweltschutz in den Betrieben und schließt problematische Chemikalien in der Verarbeitung aus. Der Recycled Claim Standard belegt allein den Anteil.

Muss auch die Druckerei zertifiziert sein?

In der Regel ja. Das gilt, wenn du das fertige Teil mit dem Standard bewerben willst. Jede Stufe bis zum letzten Verkäufer im Geschäft zwischen Unternehmen muss zertifiziert sein. Bedruckt eine Werkstatt ohne Zertifikat die Ware und verkauft sie weiter, lässt sich der Rezyklatanteil für dein Teil nicht mehr belegen.

Ist recyceltes Polyester automatisch schadstofffrei?

Das lässt sich aus dem Standard nicht ableiten. Er beschränkt gefährliche Chemikalien in der Verarbeitung, eine Prüfung des fertigen Artikels auf Schadstoffe ist das nicht, und recyceltes Material kann Rückstände aus seiner ersten Nutzung mitbringen. Für Teile mit engem Hautkontakt frag getrennt nach OEKO-TEX Standard 100.

Kann ein Shirt GOTS und GRS zugleich tragen?

Das kommt selten vor. GOTS bezieht sich auf Naturfasern aus biologischem Anbau, der GRS auf recyceltes Material. Ein reines Polyesterteil fällt nicht unter GOTS, ein Shirt aus reiner Bio-Baumwolle enthält kein Rezyklat. Für eine gemischte Kollektion brauchst du je Modell den passenden Nachweis.

Thomas Müller, Potzblitz Brandworks

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MerchScout ist ein Produkt von Potzblitz Brandworks, einer Merch-Strategieberatung für Artists, Brands und Creator. Wir sind in einem angrenzenden Feld selbst tätig und sprechen deshalb keine Empfehlung für einzelne Anbieter aus.

Diese Anbieter in Zahlen

Mindestbestellmenge

7 von 12 Anbietern bis 10 Stück

Median 10 Stück, 12 von 17 Anbietern mit Angabe

Lieferzeit

Median bis zu 14 Werktage

7 von 17 Anbietern mit Angabe

Stand 19.10.2026, berechnet über die 17 Anbieter dieser Seite.

Alle Anbieter für diese Zertifizierung

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Was diese Anbieter sonst noch anbieten

Gezählt über die 17 Anbieter dieser Seite. Angezeigt werden Werte, die hier häufiger vorkommen als im Durchschnitt aller Anbieter. Die Zahl nennt, wie viele der 17 Anbieter den Wert führen.

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