Steht in einem Angebot „BCI Cotton“ oder noch der frühere Name „Better Cotton“, ist das noch keine Aussage über dein Shirt. Es kann heißen, dass der Anbieter oder seine Blankware-Marke BCI Cotton einkauft, ohne dass im einzelnen Shirt davon etwas stecken muss. Wie sich BCI Cotton von den übrigen Nachweisen unterscheidet, zeigt die Seite Zertifizierungen.
Was BCI Cotton aussagt
BCI Cotton ist Baumwolle aus Anbau nach dem Standard der Better Cotton Initiative (BCI). Er richtet sich auf nachhaltigeren konventionellen Anbau und betrifft unter anderem Wasser, Pestizide und den Einsatz von Arbeitskräften. Bewertet wird der Rohstoff, nicht das fertige Textil.
Seit dem 7. Oktober 2025 heißt die Organisation wieder Better Cotton Initiative und die Baumwolle BCI Cotton; davor hießen beide Better Cotton. Nennt ein Angebot noch Better Cotton, ist derselbe Standard gemeint.
Bio-Baumwolle ist das nicht. Wenn du mit Bio-Faser werben willst, brauchst du GOTS, und für Schadstoffe im fertigen Teil steht OEKO-TEX Standard 100.
Wichtig ist, wie die Baumwolle eingekauft wird. Beim Massenbilanzverfahren, dem Standardmodell, wird BCI Cotton in der Lieferkette mit anderer Baumwolle vermischt und rein rechnerisch zugeordnet; ob in einem bestimmten Shirt tatsächlich BCI Cotton steckt, lässt sich nicht garantieren. Bei rückverfolgbarer Baumwolle dagegen ist die Herkunft belegt, und zwar bis ins Herkunftsland, nicht bis zum einzelnen Hof.
Seit Oktober 2025 gibt es außerdem ein freiwilliges Label für Kleidung. Es darf nur auf Teilen stehen, die mindestens 30 % rückverfolgbare BCI Cotton enthalten. Ein Zertifikat für das Produkt ist es nicht; es belegt einen Mindestanteil.
Worauf du bei Anbietern achten solltest, die BCI Cotton nennen
- Was ist gemeint? Ein Hinweis auf der Website kann den Einkauf des Anbieters meinen oder dein Produkt. Frag, welches von beiden.
- Massenbilanz oder rückverfolgbar? Nur bei rückverfolgbarer Baumwolle steckt BCI Cotton nachweislich im Shirt.
- Label oder Hinweis? Das BCI-Label setzt mindestens 30 % rückverfolgbare BCI Cotton im Teil voraus. Ein Hinweis ohne Label sagt über dein Shirt nichts aus.
- Welches Modell? Lass dir nennen, für welche Modelle der Nachweis gilt, nicht nur für das Sortiment allgemein.
- Deine eigene Werbung. Schreib nicht, dein Shirt bestehe aus BCI Cotton: Auch mit Label ist ein Mindestanteil von 30 % belegt, nicht das ganze Teil. Stimm den Wortlaut vorher mit deinem Anbieter ab.
