Nennt ein Anbieter amfori BSCI, ist das kein Siegel auf deinem Produkt. Es sagt etwas über Betriebe und über die Mitgliedschaft in einer Initiative, nicht über das Shirt in deinem Karton. Die übrigen Nachweise findest du auf der Seite Zertifizierungen.
Was amfori BSCI aussagt
amfori BSCI ist ein Sozialaudit-Programm. Grundlage ist ein einheitlicher Verhaltenskodex für Arbeitsbedingungen in der Lieferkette. Auditiert wird der Herstellungsbetrieb. Ein Produktsiegel gibt es nicht, und amfori beschreibt BSCI selbst nicht als Zertifizierung.
Zwei Dinge werden leicht verwechselt. Mitglied bei amfori ist ein Unternehmen, das sich zum Kodex bekennt und seine Lieferkette dort führt. Auditiert wird dagegen ein einzelner Produktionsstandort. Wenn ein Anbieter schreibt, er sei Mitglied, heißt das noch nicht, dass der Betrieb, der dein Merch fertigt, auditiert wurde.
Worauf du bei Anbietern achten solltest, die das BSCI-Logo nennen
- Mitglied oder auditierter Betrieb? Frag, was genau gemeint ist. Beides ist eine eigene Aussage.
- Welcher Betrieb fertigt dein Merch? Ohne Name und Standort lässt sich kein Audit zuordnen.
- Audit für diesen Standort. Frag, ob für genau diesen Betrieb ein Audit vorliegt, und lass dir das belegen.
- Kein Wort wie „zertifiziert“. Ein Satz wie „Unser Merch ist BSCI-zertifiziert“ passt nicht, weil kein Produkt zertifiziert wird. Stimm den Wortlaut für deine Produktseite vorher mit dem Anbieter ab.
- Material getrennt klären. Für Bio-Faser fragst du nach GOTS, für Schadstoffwerte nach OEKO-TEX Standard 100.
